
Flüchtlingsprojekt Ute Bock mit neuer Obfrau Christl Weinberger
Der Verein Flüchtlingsprojekt Ute Bock hat seit dem Ableben seiner Gründerin erstmals wieder eine Obfrau. Das langjährige Vorstandsmitglied Christl Weinberger hat diese ehrenvolle Aufgabe heuer übernommen.
Große Fußstapfen
Wien, 21. Juni 2023 – In den fünf Jahren seit Ute Bocks Tod war die Position der Obfrau im Flüchtlingsprojekt bisher unbesetzt, eine bewusste Entscheidung des Vorstands. Nun tritt Christl Weinberger als Nachfolgerin in die großen Fußstapfen der Vereinsgründerin.
„Als Obfrau betrachte ich es als meine Verantwortung, dem Andenken an Ute Bock gerecht zu werden, indem wir im Verein weiterhin in ihrem Sinne ganz pragmatisch jenen helfen, denen sonst keiner hilft. Als lokale Flüchtlingshilfe müssen wir uns den Anforderungen der aktuellen Zeit anpassen und mit zahlreichen Veränderungen umgehen. Dies ist keine leichte Aufgabe, aber als Obfrau möchte ich meinen Beitrag dazu leisten", so Obfrau Christl Weinberger.
Weinberger kam 2015 zum Flüchtlingsprojekt Ute Bock, als sie und ihre Unterstützung dringend benötigt wurden. Die speziellen Herausforderungen dieser Jahre wurden nahtlos abgelöst vom großen Übergangsprozess nach dem Tod der Vereinsgründerin im Jänner 2018.
„Seit acht Jahren setzt sich Christl Weinberger Tag für Tag und Monat für Monat ehrenamtlich für Menschen in Not ein. Ihr unermüdlicher Einsatz und ihr außergewöhnliches Engagement haben dazu beigetragen, dass unzählige Menschen in ihrer schwierigsten Zeit Unterstützung und Hilfe erfahren haben. Dafür können wir ihr nicht genug danken!“, so Dr. Alfred Fogarassy, Vorstandsmitglied des Flüchtlingsprojekt Ute Bock.
Werdegang
Regierungsrätin Christl Weinberger, geboren 1944, legte bereits früh den Grundstein für ihre heutige Arbeit beim Flüchtlingsprojekt Ute Bock. Weinberger übernahm in den Nachwehen des Prager Frühlings 1969 die Leitung eines Flüchtlingsheims für tschechische Geflüchtete. Ihr professioneller Lebensweg führte die gebürtige Salzburgerin im Auftrag der österreichischen Regierung in verschiedenen Positionen nach Zürich, Paris, Seoul und als Generalkonsul nach Shanghai. Zuletzt übernahm sie die Vertretung der Republik Österreich in Bhutan und koordinierte die dortige Entwicklungszusammenarbeit.
Angesichts der Fluchtbewegungen im Herbst 2015 kehrte sie zu ihren Wurzeln in der Flüchtlingshilfe zurück und kam als Ehrenamtliche zum Verein Ute Bock, hier wurde sie 2016 zum Vorstandsmitglied bestellt.
Bis Jänner 2022 verantwortete sie die Leitung der Wohnbetreuung mit einem von ihr aufgebauten Betreuungsteam, das 90 Bewohner*innen im Ute Bock Haus sowie weitere ca. 200 Personen in den 48 externen Wohnungen betreut.
Mit Beginn des Ukraine-Krieges war ihr ungebrochenes Engagement ab Februar 2022 stark gefordert. In kürzester Zeit hat das Team unter ihrer Leitung neue Ressourcen für die ankommenden Vertriebenen aufgebaut und konnte so schnell und flexibel den Menschen helfen. Die Strukturen, die sie in ihrer Wohnbetreuung in den Jahren zuvor aufgebaut hat, haben diese Belastungsprobe mit Bravour bestanden.
Angesichts dieser beeindruckenden Leistung sowie ihres jahrelangen Engagements wurde sie vom Vorstand einstimmig zur neuen Obfrau des Flüchtlingsprojekts Ute Bock gewählt.